Das Modell

Vereinfacht gesagt: Menschen ziehen bei Veränderungen nur mit, wenn sie es können, wollen und dürfen. Führung wirkt darauf über drei Hebel: Orientierung geben, Beteiligung ermöglichen und selbst glaubwürdig vorangehen. Wo sich ein Hebel mit einer Bedingung kreuzt, entsteht ein konkretes Führungsprinzip: daraus setzt sich die Matrix unten zusammen.

Drei Führungshebel, gekreuzt mit drei Verhaltensbedingungen, gerahmt von vier Phasen. Die Matrix ist die Landkarte. Sie wirkt dauerhaft. Die Phasen sind die Route. Der Schwerpunkt wandert.

Das Modell ist eine Adaption etablierter Ansätze: COM-B als Verhaltensraster. Phasenlogik in Anlehnung an die klassische Dreiteilung Vorbereiten / Durchführen / Verankern sowie an ADKAR.

3 Führungshebel
3 Bedingungen
9 Führungsprinzipien

Orientierung

Sinn stiften, Ziel greifbar machen.

Beteiligung

Menschen zum Teil der Lösung machen.

Glaubwürdigkeit & Verantwortung

Vorleben statt verordnen, nicht wegdelegieren.

Können

die Fähigkeit dazu.

Wollen

die Motivation dazu.

Erlaubt

die Gelegenheit dazu.

Interaktive Matrix

Wählen Sie optional eine Phase, um zu sehen, welche Felder dort im Vordergrund stehen. Klicken Sie ein Feld an, um Details zu sehen.

Können
Wollen
Erlaubt
Orientierung
Beteiligung
Glaubwürdigkeit & Verantwortung

Governance ist Teil des Modells, nicht ein Anhang

Zwei der neun Felder betreffen Regeln: Rollen und Leitplanken früh festlegen, und die Governance später über eine Wirkungsmessung dauerhaft wirksam machen. Diese doppelte Verortung ist Absicht. Governance, die erst am Ende bedacht wird, legitimiert nur noch die Insellösungen, die inzwischen entstanden sind.

Als normativen Rahmen dafür gibt es seit 2023 die ISO/IEC 42001, den ersten internationalen Standard für Managementsysteme künstlicher Intelligenz, in der Schweiz als SN EN ISO/IEC 42001:2026 übernommen. Für diesen Wegweiser sind zwei ihrer Anforderungen zentral: Die oberste Leitung wird nicht als Delegationsinstanz adressiert, sondern als nachweispflichtige Verantwortungsträgerin. Und die Einbindung der Betroffenen ist keine Empfehlung, sondern eine Anforderung.

Damit sagt die Norm dasselbe wie die Befragung, nur in anderer Sprache: Verantwortung lässt sich nicht an die IT abgeben, und Beteiligung ist kein Entgegenkommen.

Was dieser Wegweiser nicht leistet

Drei Einschränkungen gehören dazu.

  1. Der Wegweiser setzt an, sobald die Entscheidung für die KI-Einführung gefallen ist. Ob und wofür ein Unternehmen KI überhaupt einführen sollte, beantwortet er nicht - das ist eine Technologie- und Strategieentscheidung, keine Führungsfrage im engeren Sinne. Wer hier noch unsicher ist, sollte diese Entscheidung zuerst treffen, bevor der Wandel beginnt.
  2. Das Modell ist eine Adaption, keine Erfindung. Die Verhaltenslogik stammt aus dem COM-B-Modell, die Phasenlogik aus der klassischen Dreiteilung von Vorbereiten, Durchführen und Verankern. Eigenständig ist die Hebelstruktur und ihre Kreuzung mit den Verhaltensbedingungen, nicht der Rahmen selbst.
  3. Die Diagnose ist eine Selbsteinschätzung und kein Messinstrument. Die Schwellenwerte sind gesetzt und nicht aus Vergleichsdaten abgeleitet. Sie taugen dazu, Aufmerksamkeit zu lenken, nicht dazu, einen Zustand zu belegen.
  4. Und eine Grenze bleibt, die sich nicht wegplanen lässt: Der Wegweiser setzt voraus, dass Führung über Monate hinweg dieselbe Verbindlichkeit zeigt wie am ersten Tag. Ob sie das tut, entscheidet sich nicht an der Qualität eines Modells, sondern an ihrem Verhalten.

Fragen zum Modell

Antworten werden von einem Sprachmodell erzeugt und können Fehler enthalten.